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Ada Limón und die Kraft der Gedichte, die nicht zerbrechen

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Valentina Ríos
· 3 Min. Lesezeit
Ada Limón und die Kraft der Gedichte, die nicht zerbrechen

Manche Bücher erscheinen zum genau richtigen Moment. Against Breaking: On the Power of Poetry (Scribner), der erste Essayband von Ada Limón, diese Woche erschienen, gehört dazu. Die US-Poet Laureate — die erste Latina, die dieses Amt innehat — schreibt seit Jahren Gedichte, die gleichzeitig wehtun und trösten. Jetzt schreibt sie über Lyrik selbst. Über das Warum. Über das, was sie mit uns macht, wenn wir lesen.

In den Essays von Against Breaking spricht Limón über Lyrik nicht als Ornament oder intellektuelle Übung, sondern als Überlebenspraxis. Es steckt etwas tief Verwurzeltes in der Tradition von Sappho, Plath, Dickinson, Achmatowa in dieser Haltung — die Überzeugung, dass das Gedicht das ist, was bleibt, wenn alles andere versagt.

Was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt, ist, dass Limón nicht für Skeptiker schreibt. Sie schreibt für diejenigen, die es bereits wissen. Für diejenigen, die Gedichte in ihrer Tasche oder in ihrem Gedächtnis tragen. Die Kraft, von der der Titel spricht: nicht zu zerbrechen, wenn alles auf Zerbrechen drängt.

Wer Ada Limón noch nicht kennt, sollte mit ihren Gedichten beginnen. Wer ihre Arbeit kennt, findet in diesem Band das Gespräch, das man sich mit ihr schon immer gewünscht hat.