Die meistangefochtenen Bücher 2025: Eine Statistik, die aufmerksam gelesen werden sollte
Die Statistik, die am meisten beschämen sollte, ist nicht die Gesamtzahl — 4.235 angefochtene Titel in einem einzigen Jahr — sondern die Quelle. Nur 2,7% dieser Anfechtungen kamen von Eltern. Einunddreißig Prozent kamen von gewählten Amtsträgern; vierzig Prozent von Verwaltungsratsmitgliedern oder Administratoren. Das Bild einer besorgten Mutter, die ein verbotenes Buch vor einer Schulbibliothek hält, ist nicht vollständig falsch, aber es ist nicht der Motor der aktuellen Zensurwelle. Der Motor ist institutionell, politisch und erheblich besser organisiert.
Die American Library Association veröffentlichte am Montag, dem Right to Read Day, ihre jährliche Liste der meistangefochtenen Bücher des Jahres 2025. Sold von Patricia McCormick führt die Liste an, gefolgt von Stephen Chboskys The Perks of Being a Wallflower und Maia Kobabes Gender Queer: A Memoir. Sarah J. Maas belegt zwei Plätze. Anthony Burgess erscheint mit A Clockwork Orange.
Vierzig Prozent der angefochtenen Titel betreffen LGBTQ+-Themen oder die Erfahrungen von Menschen of Color. Die Anfechtungen konzentrieren sich überwältigend auf Bücher, die Leben repräsentieren, die jemand in einer Autoritätsposition aus öffentlichen oder Schulbibliotheken ausschließen möchte. Der Mechanismus ist formal; die Wirkung ist brutaler: Ein Kind sucht ein Buch und findet die Lücke, wo es einmal stand.
Das Gesamtergebnis 2025 ist das zweithöchste, das je verzeichnet wurde. Das höchste war 2023. Utah hat nun zweiunddreißig Titel in seinen Schulen verboten und allein diesen Monat vier weitere hinzugefügt. Irgendwo kämpft eine Bibliothekarin mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Akten sind wichtig. Die Geschichte neigt dazu zu bemerken, wer die Aufzeichnungen geführt hat.