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David Byrne hat ein neues Buch in Arbeit. Was für eine Überraschung.

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James Whitmore
· 3 Min. Lesezeit
David Byrne hat ein neues Buch in Arbeit. Was für eine Überraschung.

Irgendwo in einer Literaturagentur hat vermutlich jemand einen Vertrag unterschrieben, eine Summe Geld kassiert und dann David Byrne angerufen, um ihm mitzuteilen, dass er wieder einmal ein veröffentlichter Autor sein wird. Byrnes neues Buch—für diesen Herbst angekündigt, Titel nicht bekannt, Thema nicht offenbart—wurde so angekündigt, wie diese Dinge eben angekündigt werden: eine kurze Meldung in der Branchenpresse, kein Tamtam, der Verlag wartet offenbar auf einen spektakuläreren Auftritt des Autors zu einem späteren Zeitpunkt.

Denn wenn es einen Musiker gibt, der das Recht verdient hat, unbegrenzt weiter zu schreiben, dann ist es David Byrne. Sein How Music Works (2012) war keine typische Rockautobiografie—Tourneebusse, Kokain und spirituelle Erleuchtung—, sondern ein genuinment seltsames, intellektuell rigoroses Buch über das Verhältnis von Architektur, Kultur und Klang. Das einzige Buch, das sonst niemand hätte schreiben wollen.

Byrne ist nicht wie die anderen Musiker, die Bücher als Marketingübung schreiben. Er hat vierzig Jahre lang echte Neugier an den Tag gelegt: Stadtradfahren, Performance, Design, Neurowissenschaften. Was auch immer das neue Buch ist, es wird kein Personal-Branding-Projekt sein. Es wird ohne Titel ankommen, wahrscheinlich ohne klares Genre, ohne Promotionstour. Es wird da sitzen, leise eigenartig, und vom Leser ein bisschen Arbeit verlangen. Genau so verhalten sich gute Bücher.