Helen DeWitt lehnte 175.000 Dollar ab. Die Literaturwelt hat Meinungen.
Es gibt eine besondere Art von Unbehagen, die entsteht, wenn ein Schriftsteller Geld ablehnt. Nicht die höfliche, theatralische Absage, sondern die echte — jene, die mit einer öffentlichen Erklärung und einem Thread auf X einhergeht, den Tausende lesen und über den sie sich sofort uneinig sind. Helen DeWitt, Autorin von The Last Samurai, schrieb im April, dass man ihr mitgeteilt hatte, sie habe einen Windham-Campbell-Preis im Wert von 175.000 Dollar gewonnen — und dass sie ihn abgelehnt hatte. Der Grund: Der Preis erforderte einen Podcast-Auftritt, einen Beitrag für die Yale Review, die Teilnahme an einem Festival in Yale im September und — das Detail, das sie brach — ein sofortiges Audio-Interview und Video, aufzunehmen, während sie in Amsterdam war, mit schwachem Wi-Fi und einem Telefon mit fast leerem Akku.
Was online geschah, war vorhersehbar. Der Romanautor Joey Comeau fragte, zu Recht: Wofür ist der Preis eigentlich da — für den Künstler oder für die Öffentlichkeitsarbeit der Institution? Cathy Park Hong merkte, mit gleichem Recht, an, dass die meisten Menschen für 175.000 Dollar einen Weg finden, auf Wi-Fi zuzugreifen. Beide Positionen sind richtig.
Knausgård schrieb einmal, dass das Schreiben zum Teil das Alleingelassenwerden sei. Es gibt eine lange europäische Tradition, von Ibsen bis Beckett, von Künstlern, die verstanden, dass die Anerkennungsmaschinerie genau das verzehren kann, was sie zu feiern vorgibt. DeWitts Weigerung ist nicht heroisch. Aber sie beleuchtet etwas, das die Preiskultur selten anerkennt: dass die Bedingungen, die mit dem Geld verbunden sind, selbst eine Form von Redaktionsdruck darstellen.
Was Dewitt's Thread enthüllte, ist dass Schriftsteller, die mit genau dieser Art von Exposition Schwierigkeiten haben, still aussortiert werden — nicht durch eine Jury-Entscheidung, sondern durch das Kleingedruckte. Sie bat nicht um Mitgefühl. Das Internet gab es ihr trotzdem, zusammen mit seinem Gegenteil. Was bleibt, ist das Bild einer Schriftstellerin in einem holländischen Apartment, mit sterbendem Telefon, der mitgeteilt wird, dass der Preis, den sie gerade gewonnen hat, sie auffordert, sofort aufzutreten.