Das L.A. Times Festival krönt Bryan Washington und ehrt Amy Tan: Ein Abend für gute Bücher
Es gibt Preise, die einen daran erinnern, warum es sich lohnt, weiterzulesen. Die Preise der Los Angeles Times, die Freitagabend im Bovard Auditorium der USC verliehen wurden — Auftakt des Festival of Books, jenes Wochenendes, an dem die Stadt des Kinos zur Stadt der Bücher wird — waren genau das.
Der Belletristikpreis ging an Bryan Washington für Palaver, seinen zweiten Roman. Washington hatte mit demselben Buch bereits den National Book Award erreicht, also ist der L.A. Times-Preis keine Offenbarung, sondern eine Bestätigung. Der Texaner in seinen Dreißigern hat über die Jahre eine eigene literarische Welt aus den Leben von Menschen aufgebaut, die selten auf Buchcovers erscheinen — Einwandererfamilien, Houstons Viertel, queere Körper, die sich unbeholfen und wütend lieben.
Was mich aber sprachlos ließ, war die andere Ankündigung: Amy Tan erhielt den Robert Kirsch Award, die Lebenswerk-Auszeichnung des Festivals. Tan veröffentlichte The Joy Luck Club 1989 und ist seitdem eine jener Schriftstellerinnen geworden, die beinahe unwillkürlich im Gedächtnis der Leser leben. Sie schreibt über chinesisch-amerikanische Mütter und Töchter, über die Stille zwischen Generationen.
Die vollständige Preisliste war großzügig und vielfältig: Karen Hao gewann Wissenschaft und Technologie mit Empire of AI; Bench Ansfield holte Geschichte mit Born in Flames; Megan Abbott triumphierte im Krimi mit El Dorado Drive; Allison Benis White gewann Lyrik mit A Magnificent Loneliness; Justin Haynes' Debüt Ibis gewann den Art Seidenbaum Award. Auch ausgezeichnet wurden Trung Le Nguyen (Jugend), Ekow Eshun (Biografie), Brian Goldstone (allgemeines Interesse), Silvia Park (spekulative Fiktion) und We Need Diverse Books. Suche Palaver von Bryan Washington. Und wenn du Amy Tan noch nicht gelesen hast, fang diese Woche an.
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