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Romane werden einfacher. Na und?

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Dani Carrasco
· 3 Min. Lesezeit

Also gut. Reden wir darüber.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die durchschnittliche Wortanzahl pro Satz in Romanen im letzten Jahrhundert erheblich zurückgegangen ist. Zeitgenössische Fiktion verwendet kürzere Sätze. Paragraphen sind knapper. Syntaktische Subordination ist im Rückgang.

Die vorhersehbare Reaktion ist Kulturpanik. Aber Moment mal. Hat Borges lange Sätze geschrieben? Manchmal. Carver? Kaum. Satzlänge ist kein Indikator für Tiefe oder deren Abwesenheit. Ein Satz kann kurz sein und eine Welt enthalten.

Syntaktische Vereinfachung ist nicht dasselbe wie konzeptuelle Vereinfachung. Die wirkliche Frage: Welche Art von Einfachheit messen wir?

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