Was wäre, wenn Tris sich anders entschieden hätte? Veronica Roth reimaginiert das Divergent-Universum
Hier ist eine Frage ohne einfache Antwort: Wie anders wäre eine Geschichte, wenn die Hauptfigur im entscheidenden Moment eine andere Wahl getroffen hätte?
Veronica Roth lebt mit dieser Frage seit fünfzehn Jahren. Und die Antwort lautet offenbar: ein völlig neuer Roman.
Auf der BookCon — zum fünfzehnten Jahrestag der Veröffentlichung von Divergent am 26. April 2011 — kündigte Roth The Sixth Faction an. Kein Prequel, keine Fortsetzung, kein Spin-off. Ein alternatives Universum, in dem Tris bei ihrer Wahlzeremonie eine andere Fraktion wählt. Die Folgen dieser Weggabelung entfalten sich in zwei Bänden: Band 1 erscheint am 6. Oktober 2026, Band 2 am 2. Februar 2027.
Es gibt hier etwas genuinen Interesse jenseits des Fandoms: die Frage, was einen Charakter ausmacht. Wenn Tris anders wählt, ist sie dann noch Tris? Ihre gesamte Identität in der ursprünglichen Trilogie wächst aus dieser Wahl heraus — aus der Spannung zwischen Freimut, wo sie aufgewachsen ist, und Mut, wo sie sich entschieden hat zu bleiben.
Der Verlag listete das Buch zur Vorbestellung ohne Cover, ohne endgültigen Titel — buchstäblich als Untitled Empyrean (Not Book Four) — und Fans schossen es auf Platz eins bei Amazon, ohne irgendetwas darüber zu wissen. Das ist BookTok auf Hochtouren.
Fünfzehn Jahre nachdem Tris Mut wählte, hatte die Geschichte weitere Versionen parat. Das Warum ist die Frage, über die es sich nachzudenken lohnt.
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