Whoopi Goldberg gründet ihr eigenes Verlagsimprint: Zählen Bücher noch?
Als Sie hörten, dass Whoopi Goldberg ein eigenes Verlagsimprint gründen will — was war Ihre erste Reaktion? Skepsis? Gemäßigte Neugier?
Die Schauspielerin, Komikerin und Co-Moderatorin von The View hat diese Woche angekündigt, mit einem eigenen Imprint in die Buchwelt einzutreten. Noch keine Titelliste, kein bestätigter Lektor — aber das Signal ist klar: Whoopi will Bücher machen.
Sie ist nicht allein in diesem Impuls. In den letzten Monaten haben Prominente die Verlagsbranche mit einer Energie kolonisiert, die Eitelkeit, Überzeugung und manchmal etwas genuinen Interesse mischt. Tucker Carlson gründete sein eigenes Imprint bei Skyhorse, um Figuren wie Russell Brand eine Plattform zu geben. Lil Jon — ja, dieser Lil Jon — hat Memoiren, die diesen Herbst erscheinen. Oprah ist seit Jahrzehnten die de facto mächtigste Verlegerin Amerikas.
Die zynische Lesart: Prominente sehen im Buch ein Legitimationsobjekt, das kein Podcast ersetzen kann. Ein Buch zu veröffentlichen sagt noch immer: Ich habe etwas, das es wert ist, bewahrt zu werden. Aber es gibt auch die optimistischere Lesart: Wenn Prominente Bücher machen wollen, dann weil Bücher noch zählen. Das Symptom bleibt aufschlussreich: Wenn jemand von Whoopi Goldbergs Kaliber entscheidet, Bücher zu machen, ist das Buch als Kulturobjekt nicht tot.
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