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Wüstenschildkröten, Solaranlagen und Liebe im Mojave: Claire Vaye Watkins' neuer Roman

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Dani Carrasco
· 2 Min. Lesezeit
Wüstenschildkröten, Solaranlagen und Liebe im Mojave: Claire Vaye Watkins' neuer Roman

Bevor wir über Claire Vaye Watkins’ neuen Roman sprechen, lass mich dir etwas über Wüsten erzählen: Sie sind die überbewertetsten und missverstandensten Orte der Erde. Alle nutzen sie als Metapher. Einsamkeit. Leere. Tod. Filmemacher füllen sie mit Protagonisten, die “sich selbst finden”. Dabei sind echte Wüsten —der Mojave, der Sonoran— bemerkenswert dichte Ökosysteme voller Lebewesen, die Millionen von Jahren damit verbracht haben, zu überleben, was wir gerade erst fürchten lernen.

Claire Vaye Watkins weiß das. Sie lebt in Tecopa, Kalifornien, wenige Kilometer vom Death Valley entfernt. Und ihr neuer Roman, Yellow Pine (Riverhead, Juli 2026), spielt genau dort: Eine Frau namens Rose of Sharon kehrt nach einer Scheidung in den Mojave zurück und schließt sich Aktivisten an, die eine Solaranlage überwachen, die auf dem Lebensraum der gefährdeten Wüstenschildkröte gebaut wurde.

Aktivisten für Wüstenschildkröten? Ja. Und ich mag das bereits mehr als 90% der Klimaromane, die ich gelesen habe.

Das übliche Problem mit Klimafiktion ist, dass sie zum Epischen neigt. Watkins scheint mehr am Kleinen und Konkreten interessiert zu sein — der spezifischen Schildkröte, dem spezifischen Aktivisten, der spezifischen Liebe, die auftaucht, wenn man aus ganz anderen Gründen auf den Horizont schaut. Dass die Protagonistin Rose of Sharon heißt — Steinbecks Figur aus Früchte des Zorns— ist kein Zufall.

Watkins hatte Ähnliches bereits in Gold Fame Citrus (2015) getan. Wer dieses Buch gelesen hat, weiß, dass niemand die kalifornische Landschaft so schreibt wie sie. Yellow Pine erscheint im Juli.

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