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Sieben Schriftsteller, die sich nicht ordentlich ins Regal einordnen lassen: die Finalisten des DAG-Preises 2026

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James Whitmore
· 3 Min. Lesezeit
Sieben Schriftsteller, die sich nicht ordentlich ins Regal einordnen lassen: die Finalisten des DAG-Preises 2026

Hin und wieder erinnert sich die amerikanische Literatur daran, dass sie Multitudes enthält, die sie noch nicht ganz veröffentlicht hat. Der Literaturpreis der DAG Foundation — 20.000 Dollar für einen aufstrebenden Prosaschriftsteller, dessen Werk "die Möglichkeiten des amerikanischen Schreibens erweitert" — ist eine solche Erinnerung. Diese Woche gab die Stiftung ihre sieben Finalisten für 2026 bekannt, ausgewählt aus 220 Bewerbungen, und die Liste ist, um es milde auszudrücken, nicht das, was man im Bestseller-Regal einer Flughafenbuchhandlung findet.

Die sieben sind: Marcus Clayton, Maddie Norris, Ali Raz, Mihret Sibhat, Jefferey Spivey, Tegan Nia Swanson und Sophia Terazawa. Die Projekte reichen von Vermisstenfällen als linguistischem Problem bis zu klimatischem Gothic mit queerer und trans Gemeinschaft, von schwarzer queerer Einsamkeit in hybrider Prosa-Lyrik-Form bis zu Autofiktion über Wahrsager und vererbte Flüche. Als Shortlist hat sie die angenehme Eigenschaft, auf einem Abendessen kaum zusammenfassbar zu sein.

Der erste DAG-Preis ging an Michael Zapata, was einiges über den Instinkt der Stiftung aussagt. Der Preis ist explizit dafür gedacht, das zweite Projekt eines Schriftstellers zu finanzieren — jenen besonders prekären Moment, in dem das Debüt gelandet ist und die Welt beobachtet, ob der Autor ein Phänomen oder ein Zufallstreffer war. Die meisten Literaturpreise belohnen das bereits Geschriebene. Dieser wettet auf das, was als Nächstes kommt.

Was die Finalisten eint, ist weniger ein gemeinsamer Stil als eine gemeinsame Ungeduld gegenüber überlieferten Formen. Roberto Bolaño — dessen Erzählband Llamadas telefónicas die Kurzform als eine Reihe stiller, kontrollierter Detonationen behandelt — verstand diesen Instinkt gut: Prosa verdient ihren Platz, indem sie ständig testet, was sie darf.

Der Gewinner wird im Juli bekannt gegeben. Der Preis beträgt 20.000 Dollar, genug für etwa sechs Monate ernsthaften Schreibens. Die interessantere Frage ist, was danach passiert: ob Verlage sich als ebenso neugierig erweisen wie die DAG Foundation. Die Geschichte der amerikanischen Literatur ist voll von Schriftstellern, die ihre Möglichkeiten lange vor dem Markt erweitert haben. Der Preis hält zumindest Buch.

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