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Dungeon Crawler Carl ist Nummer eins. Was sagt uns das?

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Sigrid Nørgaard
· 3 Min. Lesezeit
Dungeon Crawler Carl ist Nummer eins. Was sagt uns das?

Es gibt eine Stelle in Knut Hamsuns Hunger — der Erzähler lehnt Almosen ab, hungert mit einer Art wütendem Stolz —, die mir immer als reinste Aussage literarischer Selbstbestimmung erschienen ist. Ich kehre jetzt dazu zurück, vielleicht nicht ohne Widerspruch, während ich lese, dass A Parade of Horribles, der achte Teil der Dungeon Crawler Carl litRPG-Serie von Matt Dinniman, diese Woche auf Platz eins der Publishers Weekly Belletristik-Bestsellerliste eingestiegen ist.

LitRPG — ein Genre, das die Mechanik und Sprache von Rollenspiel-Videospielen mit Fantasy-Literatur verbindet — existiert seit Jahrzehnten am Rand des anglophonen Verlagswesens. Dinniman baute seine Leserschaft vollständig außerhalb dieser Verlage auf: über Patreon, direkte Ebook-Verkäufe, Hörbücher. Jetzt hat er vier Titel gleichzeitig auf derselben Bestsellerliste, mit kombinierten Verkäufen von 1,6 Millionen Exemplaren für seine ersten sieben Hardcover. Der Mainstream-Markt hat ihn nicht entdeckt. Er ist zu seinen eigenen Bedingungen angekommen.

Was mich an diesem Moment auffällt, ist nicht das Genre selbst, sondern der Mechanismus. Der Weg von einer engagierten Nische zur Bestsellerliste erfordert nicht mehr, dass ein Türsteher die Tür öffnet. Die Tür hat sich einfach verschoben.

Ich denke an das dänische Konzept hygge, diese Qualität der Wärme und Zugehörigkeit. Was litRPG-Leser beschreiben, klingt ungefähr so: immersiv, gemeinschaftlich im digitalen Sinne, in der Lage, die Art von anhaltender Aufmerksamkeit zu erzeugen, die die literarische Kultur einst als ihr ausschließliches Terrain beanspruchte.

Für Leser, die sich für die serialisierte Fantasy interessieren, bieten A Necromancer's Guide to Arranged Marriages von Katy Nyquist oder die langjährige Bloodbound-Reihe von Morgan Rice ihre eigenen Einstiegspunkte. Vielleicht ist die Frage nicht, was das über die Kultur sagt, sondern was es über die Leser verrät — die, wie immer, genau so kompliziert und unvorhersehbar sind wie eh und je.

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