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Eine Maschine betritt Granta: Der Commonwealth-Preis und die Frage, die niemand beantworten will

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James Whitmore
· 3 Min. Lesezeit
Eine Maschine betritt Granta: Der Commonwealth-Preis und die Frage, die niemand beantworten will

Folgendes ist bekannt. Eine Geschichte mit dem Titel "Die Schlange im Hain", Jamir Nazir zugeschrieben, wurde in Granta als regionaler Finalist des Commonwealth Foundation Short Story Prize veröffentlicht — ausgewählt aus 7.806 Einsendungen. Folgendes vermuten wir mit gutem Grund: Ein Sprachmodell hat sie geschrieben. Ein Wharton-Professor unterzog sie einem KI-Erkennungstool, das 100% Wahrscheinlichkeit für KI-Ursprung anzeigte. Literarische Analysten notierten die stilistischen Merkmale: übermäßiger Parallelismus, Epipher, Dreierlisten, erzwungene Vergleiche. Die Commonwealth Foundation hat angekündigt, dass sie "derzeit ihren Auswahlprozess überprüft".

Kurz gesagt: ein ordentliches Durcheinander.

Was diese Episode offenbart, ist nicht, dass KI schreiben kann — kaum überraschend —, sondern dass die institutionellen Systeme zur Bewertung literarischer Qualität noch nicht ausgerüstet sind, ihre Ergebnisse zu erkennen. Virginia Woolf schrieb Das neue Kleid, eine Geschichte über die erschreckende Kluft zwischen dem, wie wir uns selbst sehen, und dem, wie andere uns sehen. Man stellt sich vor, sie hätte die aktuelle Situation aufschlussreich gefunden.

Die Versuchung besteht darin, dies als Technologiemeldung zu behandeln. Das ist es nicht. Es ist eine Geschichte darüber, was literarische Institutionen schätzen. Ein Preis ist nicht nur die Anerkennung eines Handwerks. Er ist eine Aussage darüber, was eine Kultur bewahren möchte. Die Commonwealth Foundation überprüft ihr Verfahren. Man könnte ihr auch vorschlagen, ihre Grundannahmen zu überprüfen.

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