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Hachette-Belegschaft erzwingt die Abstimmung, die die Leitung nicht wollte

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James Whitmore
· 2 Min. Lesezeit
Hachette-Belegschaft erzwingt die Abstimmung, die die Leitung nicht wollte

Es gibt eine Branchentatsache, nach der man die Uhr stellen kann: Wenn ein Unternehmen sagt, es "respektiere das Recht seiner Mitarbeitenden zu organisieren", während es gleichzeitig die freiwillige Anerkennung ihrer Gewerkschaft verweigert, bedeutet das, dass es kämpfen will. Hachette Book Group hat dieses Theorem nun bestätigt. Nachdem mehr als 600 Mitarbeitende Karten mit dem Washington-Baltimore News Guild unterzeichnet haben, um die potenziell größte Verlagsgewerkschaft der USA zu gründen, lehnte das Unternehmen die freiwillige Anerkennung ab. Die Guild beantragte daraufhin eine geheime Wahl beim National Labor Relations Board — der formale, verfahrensrechtlich korrekte Weg, dieselbe Frage zu stellen, die Hachette offenbar nicht beantwortet haben wollte.

Das ist keine Überraschung. Es ist das Drehbuch. Die freiwillige Anerkennung kostet nichts außer dem Eingeständnis, dass Beschäftigte einen Platz am Tisch verdienen. Eine geheime Wahl hingegen kostet Zeit: Wochen des Wahlkampfs, Betriebsversammlungen mit sorgfältig vorbereiteten HR-Argumenten, die besondere Angst, die über Büros hereinbricht, wenn ein Arbeitgeber beginnt, obligatorische "Zuhörsitzungen" abzuhalten.

Der Antrag folgt einer Woche, in der das Personal der University of Chicago Press ebenfalls für die Gewerkschaftsgründung stimmte, und kommt in einer Saison, in der Catapult, Bloomsburys US-Imprint, die UAW-Mitgliedschaft beantragte. Die Welle ist nicht symbolisch. Sie ist methodisch.

Was den Hachette-Moment besonders aufmerksam beobachtenswert macht, sind die Zahlen: Über 600 wahlberechtigte Mitarbeitende würden diese Gewerkschaft zu einer echten institutionellen Kraft in einer Branche machen, die sich seit Jahrzehnten einredet, anders zu sein. Ist sie nicht. Der Verlagsbetrieb läuft auf der Arbeit unterbezahlter Lektoren, Öffentlichkeitsarbeiter und Assistenten, die meist eingestiegen sind, weil sie Bücher lieben. Diese Liebe wurde historisch als Grund genutzt, keine marktgerechten Löhne zu zahlen. Die Beschäftigten scheinen das bemerkt zu haben.

Die NLRB-Wahl wird Zeit brauchen. Die Unternehmensleitung wird argumentieren, dass eine Gewerkschaft die Dinge komplizieren würde. Die Beschäftigten werden sagen, die Dinge seien bereits kompliziert genug. Die Bücher werden irgendwie trotzdem erscheinen.

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