Renton kehrt zurück: Irvine Welsh ist zurück mit 'Men in Love'
Manche Bücher bleiben wie eine ungewollte Narbe. Trainspotting war eines davon. Renton, Sick Boy und die Bande aus Leith — brutal ehrlich, dunkel komisch — wurden Teil unseres literarischen Gedächtnisses.
Dreiunddreißig Jahre nach diesem Debüt kehrt Welsh mit Men in Love (Pegasus, Juli 2026) zu diesen Figuren zurück. Die Protagonisten sind keine Randständigen mehr: Sie sind Männer, die entscheiden müssen, was sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen. Renton flieht — wie immer — nach Amsterdam, verfolgt eine Beziehung mit Monique, einer polyamorösen Frau, während er versucht, im Nachtclubgeschäft Fuß zu fassen. Sick Boy klettert die Londoner Gesellschaftsleiter hinauf: verlobt mit Amanda aus reichem Haus, wobei er seine Arbeit im Erwachsenenfilmbereich sorgfältig verbirgt. Alles gipfelt in Sick Boys Hochzeit, die zum erwarteten Chaos wird.
Welsh zeigt besser als fast jeder andere, wie Männer, die in der Jugend nie gelernt haben zu lieben, es im mittleren Alter immer noch nicht können. Men in Love folgt dem Prequel Skagboys (2012) und der Fortsetzung Dead Men's Trousers (2018) — eine Saga, die seit Jahrzehnten fragt, was es bedeutet, in Schottland aufzuwachsen.
Der Titel ist eine bewusste Provokation. Men in Love. Welsh ist nicht bekannt für zärtliche Liebesporträts. Was passiert, wenn seine Figuren der Liebe begegnen, wird genauso unbequem sein wie seine besten Seiten.
Als Einstieg in dieses Universum bietet sich Dios nos golpea a todos von Poe Ballantine an — ein Roman genau zwischen Der Fänger im Roggen und Trainspotting. Und Welsh' Einleitung zur 25-Jahre-Jubiläumsausgabe von Anthony Bourdains Kitchen Confidential zeigt, was zwei Autoren aus der Arbeiterklasse gemeinsam haben. Men in Love erscheint im Juli.
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