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Jane Yolen schrieb über 400 Bücher. Am Ende las ihre Tochter ihr das erste vor.

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James Whitmore
· 3 Min. Lesezeit
Jane Yolen schrieb über 400 Bücher. Am Ende las ihre Tochter ihr das erste vor.

Es gibt ein Detail in Jane Yolens Tod, das, auf die Art der besten Literatur, vollkommen wahr und doch fast zu präzise zum Glauben ist. Sie starb am 12. Juni im Alter von 87 Jahren, während ihre Tochter Heidi ihr Owl Moon vorlas — dasselbe Bilderbuch, das Yolen 1987 veröffentlicht hatte, illustriert von John Schoenherr, das die Caldecott-Medaille gewann und dem geliebten Kinderbuch des späten 20. Jahrhunderts am nächsten kam. Die Musik ihres Sohnes erfüllte den Raum. Sie ging sanft, sagte Heidi, ohne Schmerz oder Angst.

Yolen schrieb mehr als 400 Bücher. Sagen Sie diese Zahl laut aus und lassen Sie sie wirken. Vierhundert. Fantasy, Volksmärchen, Science-Fiction, Poesie, Bilderbücher, Holocaust-Literatur, historische Romane. Die Bandbreite ist entweder absurd oder großartig, je nach der Toleranz gegenüber der Produktivität anderer. Wer sie als Kind las, neigt zum Letzteren.

Ihr bekanntestes Werk ist The Devil's Arithmetic (1988), in dem ein gelangweiltes, assimiliertes jüdisches Mädchen aus New York ins Polen des Jahres 1942 reist. Es ist jene Art Buch, die sich nicht selbst erklärt, die ihren jungen Lesern vertraut, mit dem Grauen zu sitzen ohne zu zucken. Es wurde verfilmt. Es verdiente das Wort «wichtig» ohne es zu erzwingen.

In New York geboren, am Smith College ausgebildet, arbeitete sie als Lektorin bevor ihr erstes Buch erschien — Pirates in Petticoats, 1963, über Piratinginnen. Das erste einer langen Reihe von Subversionen im Gewand der Unterhaltung.

Was Yolen verstand, ist, dass junge Leser kein Marktsegment sind, das man aus sicherer Entfernung anspricht. Es sind Menschen, die noch nicht gelernt haben, so zu tun, als wären schwierige Dinge nicht schwierig. Die beste Kinderliteratur sagt die Wahrheit auf der richtigen Höhe. Das tat sie über sechs Jahrzehnte lang.

Sie hinterlässt eine Tochter, die vorliest, einen Sohn, der Musik macht, und mehr als vierhundert Bücher. Für ein Leben in Seiten gemessen — das ist eine ansehnliche Bilanz.

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