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Jujutsu Kaisen endet – und die Bestsellerlisten tun nicht mehr so, als wären sie überrascht

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James Whitmore
· 3 Min. Lesezeit
Jujutsu Kaisen endet – und die Bestsellerlisten tun nicht mehr so, als wären sie überrascht

Das letzte Mal, als ein Amerikaner die Schlussakkorde einer japanischen Manga-Serie miterlebte, war es vermutlich Naruto — und die angemessene Reaktion war eine Art gedämpfte emotionale Trauer, die ungefähr ein akademisches Semester andauerte. Der dreißigste Band von Jujutsu Kaisen, diese Woche in den USA erschienen — fünf Monate nach Japans abschließendem Kapitel — hat genug Exemplare verkauft, um auf Platz eins der nationalen Bestsellerlisten zu landen. Die Gesamtauflage der Serie in Nordamerika überschreitet nun 6,6 Millionen gedruckte Exemplare.

Diese Zahl verdient einen Moment der Aufmerksamkeit.

Gege Akutamis Geschichte über Fluchenergie und übernatürliche Kämpfe ist seit mehreren Jahren genau das, was Literaturjournalisten vorzugsweise übergehen. Über diesen Stoff diskutiert man nicht bei Veranstaltungen der London Review of Books. Und trotzdem: 6,6 Millionen. Daneben auf derselben Liste: A Parade of Horribles von Matt Dinniman, der achte Teil der Dungeon Crawler Carl-Reihe, auf Platz eins in gebundener Belletristik.

Was die Bestsellerliste vom 25. Mai 2026 uns sagt — für jene, die aufmerksam hinschauen — ist folgendes: Genreliteratur ist still und leise zum Establishment geworden. Die Literaturkritik existiert noch, natürlich. Aber die Lesenden haben ihre Präferenzen sehr deutlich gemacht.

Jujutsu Kaisen ist auf seine Weise ein ernsthaftes Werk der Vorstellungskraft. Akutami baute jahrelang eine kohärente Mythologie auf, um dann systematisch jede Erwartung zu demontieren, die die Serie geweckt hatte. Das Ende kam nicht mit Triumph, sondern mit der erschöpften Traurigkeit einer Welt, die etwas überlebt hat. Das ist nicht nichts.

Irgendwo schreibt ein Kritiker in einem Literaturmagazin mit vierzehntausend Abonnenten gerade einen Artikel über das Sterben des Romans. Die Romane — und der Manga, und alles, was Lesende lieben — scheinen diese Erfahrung sehr gut zu überleben.

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