Niemand glaubte an Julian Barnes. Der Prinzessin-von-Asturien-Preis sieht das anders.
Es gibt eine besondere Befriedigung darin, einen Schriftsteller zu beobachten, an dem einst still gezweifelt wurde — von Freunden, vom Literaturbetrieb, vielleicht von ihm selbst —, wie er eine der höchsten Auszeichnungen erhält. Julian Barnes hat den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Literatur 2026 gewonnen, und man stellt sich vor, wie der Romancier die Nachricht mit charakteristischer Zurückhaltung aufnimmt: eine Pause, eine trockene Bestätigung, vielleicht ein privater Witz über Flaubert.
Barnes gewinnt schon lange genug Preise, dass Überraschung unangemessen wäre. Der Booker kam 2011 für Vom Ende einer Geschichte, einen Roman so kompakt und so verheerend, dass viele Leser sich vage betrogen fühlten durch seine Kürze, als ob ein großer Roman lang sein müsse. Er war damals fünfundsechzig. Flauberts Papagei, 1984 erschienen, machte seinen Namen auf eine Weise, die die literarische Welt einige Zeit brauchte, um sie zu verarbeiten — weder ganz Roman noch ganz Kritik, sondern etwas, das Barnes im Wesentlichen selbst erfunden hatte.
Der Prinzessin-von-Asturien-Preis für Literatur hat die Gewohnheit, Schriftsteller zu ehren, die außerhalb des Superlativregisters operieren — nicht die lautesten, sondern die präzisesten. Barnes schließt sich dieser Gesellschaft mit einem Gesamtwerk an, das einer anhaltenden Untersuchung von Verlust, Erinnerung und der Lücke zwischen dem, was wir erinnern, und dem, was wirklich geschah, gleichkommt. Stufen des Lebens, seine Meditation über die Trauer nach dem Tod seiner Frau, enthält auf vierzig Seiten mehr echtes Gefühl als die meisten Romane auf vierhundert.
Die kursierende Anekdote — dass Barnes der Schriftsteller war, an den niemand glaubte, nicht einmal seine Freunde — hat das Flair einer Legende, die gerade in Echtzeit zusammengesetzt wird. Jede bedeutende Literaturkarriere hat eine Phase, in der das Talent sichtbar ist, die Anerkennung aber nicht. Barnes navigierte die seine mit derselben Qualität, die seine Prosa zeigt: eine stille Sturheit, die Weigerung, auffälliger zu sein, als das Material verlangt.
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