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Kazuo Ishiguro kehrt mit einem Spionageroman aus den 1930ern zurück

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James Whitmore
· 3 Min. Lesezeit
Kazuo Ishiguro kehrt mit einem Spionageroman aus den 1930ern zurück

Fünf Jahre sind eine lange Zeit auf einen Roman zu warten. Fünf Jahre seit Klara und die Sonne leise und ohne Dramatik fragte, was es bedeuten würde, etwas zu lieben, das man nicht vollständig verstehen kann. Nun hat Kazuo Ishiguro sein nächstes Buch angekündigt, das im März 2027 bei Knopf und Faber erscheinen soll: Miss Lambert Steps Aboard Danger. Ein Spionageroman im London der 1930er Jahre. Der Nobelpreisträger hat offenbar John Buchan gelesen.

Die Prämisse: Richard Hadley, ein gewöhnlicher Engländer im Jahr 1938, begegnet der geheimnisvollen Miss Lambert bei einer Music-Hall-Matinee. Sie verbinden sich über ihre gemeinsame Liebe zum Gesang. Sie warnt ihn, sich nicht in ihre Arbeit bei einer vertraulichen Konferenz in Devon einzumischen. Er folgt ihr trotzdem. Ein alter Schulfreund taucht auf. Ein ehemaliger konservativer Minister erscheint. Und Hadley findet sich, in Ishiguros langsamer und charakteristischer Art, im Zentrum von etwas Großem und wahrscheinlich Unumkehrbarem.

Ishiguros großes Thema war schon immer das, was Menschen sich weigern, über ihr eigenes Leben zu verstehen — Stevens mit seiner großartigen Selbsttäuschung in Was vom Tage übrig blieb, die Klone, die ihr Schicksal in Alles, was ich bin akzeptieren. Ein Spionagethriller in den 1930ern, genau in dem Moment, als Englands komfortable Illusionen zusammenbrachen, ist keine thematische Abkehr. Es ist dieselbe Untersuchung in besserem Schnitt.

Wer den Appetit nicht zügeln kann, findet in Das Begrabene Riese sein ambitioniertestes und am meisten unterschätztes Werk. März 2027. Vormerken.

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