Der Kinder-Literaturbeauftragte, der denkt, 94,7% der Kinderbücher seien „Schrott“
Es gibt etwas über einen Mann zu sagen, der, nachdem er zum höchsten Literaturbeauftragten des Landes für Kinder ernannt wurde, sofort 94,7% der vorhandenen Kinderbücher beleidigt. Ob dieses Etwas bewundernswert oder beunruhigend ist, hängt wahrscheinlich davon ab, wie man über Hyperbel als kritisches Werkzeug denkt.
Mac Barnett — selbst Autor einiger dieser Kinderbücher — schrieb in seinem Essay Make Believe: On Telling Stories to Children, dass fast das gesamte Genre Schrott sei. Er adaptierte Sturgeons Gesetz: die Beobachtung des Science-Fiction-Kritikers, dass 90% von allem Schrott sei. Barnett hob die Zahl für die Bilderbuch-Welt ein paar Prozentpunkte an.
Die Kinder-Literaturgemeinschaft nahm dies nicht als intellektuelle Provokation auf, die es vielleicht sein sollte. Das Problem war die Autorität. Als aktueller Nationaler Botschafter für Jugendliteratur der Library of Congress kamen Barnetts Worte nicht als Bonmots eines geistreichen Essayisten an, sondern als Politik einer Führungsperson.
Barnett entschuldigte sich. Zunächst räumte er „eine hyperbolische Aussage“ ein, dann gab er eine vollständige Erklärung ab: „Der Abschnitt, den ich geschrieben habe, ist verletzend.“ Er lag falsch, sagte er. Eine Petition kursierte. Hunderte unterschrieben.
Was dieser Episode aufdeckt, ist die Anfälligkeit der Kinderliteratur als Raum. Seine eigenen Bücher, Un oso polar en la nieve und El caldito maldito, sind sanfte, geistreiche Bücher. Doch „unschädlich“ ist zu einer umstrittenen Bezeichnung geworden. Vielleicht ist die eigentliche Version von Barnetts Provokation diese: Kinder verdienen bessere Bücher als Erwachsene ihnen typischerweise anbieten. Das ist ein vernünftiges Argument. Es braucht nur einen sorgfältigeren Botschafter.
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