Der Lieblingsschurke des englischen Kanons Bekommt Endlich Seine Eigene Serie
Kann eine Figur, die in genau einer Geschichte von Conan Doyle vorkommt, die Krimivorstellungswelt des 20. Jahrhunderts dominieren? Das ist die Frage, die die Populärkultur seit 1893 still beantwortet. Jetzt bekommt die Antwort die Form einer Fernsehserie.
Die Neuigkeit, die in der englischsprachigen Welt kursiert, ist, dass Professor James Moriarty — “der Napoleon des Verbrechens,” in Sherlock Holmes' eigenen Worten — seine eigene Sendung bekommen wird als Protagonist. Die Prämisse ist köstlich verdreht: Moriarty ist Professor für Kriminalpsychologie an der Universität Durham, kontrolliert heimlich ein kriminelles Netzwerk in Nordengland, und als eine rivalisierende Bande sein Imperium bedroht, schließt er sich der Polizei als Berater an. An der Seite der Detektivin Imogen Burrows aus Yorkshire muss er die Konkurrenz zerschlagen, ohne zu enthüllen, dass er die Konkurrenz ist.
Die Ironie hier ist enorm. Moriarty erschien genau in The Adventure of the Final Problem (1893) — der Geschichte, die Conan Doyle schrieb, um Holmes zu töten. Und dennoch tat die Nachwelt dem Bösewicht, was sie den besten Figuren antut: Sie machte ihn größer als die ursprüngliche Absicht. Das Kanon von Arthur Conan Doyle lieh ihm Existenz. Die Populärkultur lieh ihm ein echtes Leben.
Wer in dieses Universum einsteigen möchte, findet in The Valley of Fear die stärkste Präsenz Moriartys in den Originalgeschichten. Und für diejenigen, die einen zeitgemäßen Sherlock suchen, bieten die Neuen Fälle des Sherlock Holmes genau das: die Methode, ohne den Staub.
Die Serie wird von Chris Cornwell und Oliver Lansey geschrieben. Noch kein Casting. Die besten Schurken der Literatur sterben nicht, wenn der Autor sie tötet. Sie warten geduldig darauf, dass jemand ihnen ein zweites Leben schenkt.
Leseempfehlungen
Schlagwörter