Philip Caputo, Autor von Ein Gerücht vom Krieg, ist im Alter von 84 Jahren gestorben
Philip Caputo, der sechzehn Monate in Vietnam kämpfte und fünfunddreißig Jahre damit verbrachte, sich durch das Schreiben daraus zu befreien, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine Familie bestätigte die Nachricht diese Woche.
Dass er vor allem für ein einziges Buch bekannt ist, ist keine Beleidigung. Ein Gerücht vom Krieg, 1977 veröffentlicht, ist eines jener seltenen Werke, die ein ganzes Genre nahezu überflüssig machen. Jedes Vietnamtagebuch, das seitdem geschrieben wurde, musste sich daran messen. Caputo kam 1965 als frischgebackener Marine-Leutnant nach Vietnam. Was er fand — und worüber er mit schonungsloser Ehrlichkeit schrieb — war etwas ganz anderes: die beiläufige Brutalität, die der Krieg in gewöhnliche Männer einpflanzt, der Bewusstseinsnebel, der sich legt, wenn man Befehle befolgt und Leichen zählt.
Bevor er Romanautor wurde, war Caputo Journalist. Ein guter. Er teilte einen Pulitzer-Preis mit dem Team des Chicago Tribune und wurde beim Berichten über den Libanesischen Bürgerkrieg 1975 zweimal angeschossen. Nicht metaphorisch — buchstäblich angeschossen.
Für Leser, die diesem Faden folgen möchten, enthält unser Katalog passende Begleiter: La memoria de los nenúfares erzählt von einer Frau, die Jahrzehnte nach einer Kriegsliebesgeschichte nach Vietnam zurückkehrt. Und El húsar von Arturo Pérez-Reverte hält Rausch und Schrecken des Kampfes mit vergleichbarer Präzision fest.
Philip Caputo war 84 Jahre alt. Ein Gerücht vom Krieg ist kein Klassiker. Es ist ein Beweisstück.
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