Locus Awards 2026: Okorafor, Harrow und El-Mohtar setzen Maßstäbe
Kurze Frage: Wann haben die Locus Awards dich zuletzt dazu gezwungen, eine Einkaufsliste zu machen? Denn die Ausgabe 2026, angekündigt beim Bay Area Book Festival, ist genau diese Art von Ankündigung.
Nnedi Okorafor gewinnt die Kategorie Science-Fiction-Roman für Death of the Author, ein Buch, das bereits einen NAACP Image Award und einen Libby Award gewonnen hatte. Keine Überraschung also — eine Bestätigung. Okorafor baut seit Jahren Welten auf, in denen afrikanische Science-Fiction keine exotische Kuriosität ist, sondern das Gravitationszentrum spekulativer Erzählungen. Für kritischen Kontext zu ihrem Werk analysiert Dispelling Fantasies von Joy Sanchez-Taylor, wie Autorinnen wie Okorafor, Jemisin und Kuang das Genre von innen neu gestalten.
Alix E. Harrow gewinnt Fantasy-Roman für The Everlasting. Amal El-Mohtar gewinnt die Novelle-Kategorie mit The River Has Roots. El-Mohtar ist auch die Hälfte des Duos hinter This Is How You Lose the Time War.
Im Horror gewinnt Stephen Graham Jones für The Buffalo Hunter Hunter. Erster Roman geht an Natalia Theodoridou für Sour Cherry. Und die Kategorie Übersetzter Roman geht an On the Calculation of Volume: Book III von Solvej Balle, übersetzt von Sophia Hersi Smith und Jennifer Russell.
Was die Locus Awards besonders macht, ist die Abstimmung: Fans der Science-Fiction und Fantasy stimmen direkt ab. Einer der wenigen Literaturpreise, bei dem der Kanon nicht von vier Akademikern in einem Zimmer entschieden wird — sondern von den Menschen, die diese Bücher tatsächlich lesen.
2026 ist, ehrlich gesagt, ein brutales Jahr für spekulative Fiktion. Und wir sind erst im Juni.
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