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Wenn Trauer zum Plot wird: Steven Rowleys neuer Roman kommt schon ins Fernsehen

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Sigrid Nørgaard
· 3 Min. Lesezeit
Wenn Trauer zum Plot wird: Steven Rowleys neuer Roman kommt schon ins Fernsehen

Es gibt eine bestimmte Art von Roman, der leise und ohne Vorwarnung ankommt und eine Prämisse in sich trägt, die so eigenartig ist, dass man einen Moment braucht, um zu entscheiden, ob man sie charmant oder absurd findet. Steven Rowleys Take Me With You (Putnam) ist einer dieser Romane. Die Prämisse: Jesse del Ruths Ehemann Norman verschwindet in einem Lichtstrahl in ihrem Hinterhof. An einem Abend ist er da; am nächsten nicht mehr. Was folgt, ist keine Science-Fiction, sondern Trauer: die banale Verwüstung der Abwesenheit, durch die Art des Abschieds fremd gemacht.

Ich dachte an Tove Jansson, die verstand, dass die verstörendsten Verluste oft diejenigen sind, die keine vernünftige Erklärung bieten — keinen Unfall, auf den man zeigen könnte, keinen Körper, der im herkömmlichen Sinne begraben werden kann. Das Seltsame in Take Me With You ist nicht der Lichtstrahl selbst, sondern was danach kommt: Jesse muss das Leben als Single navigieren, einen verschwörungsbesessenen Nachbarn und das wachsende Gefühl, dass jemand ihn verfolgt, während die grundlegende Frage, was mit Norman geschah, hartnäckig unbeantwortet bleibt.

Die Ankündigung dieser Woche, dass der Roman für das Fernsehen adaptiert wird — entwickelt von Warner Bros. Television, mit Bill Lawrence als ausführendem Produzenten — ist auf den ersten Blick die Art von Nachricht, die ordentlich ankommt. Lawrence ist der Mitschöpfer von Ted Lasso und Shrinking, beide auf Trauer und den unwahrscheinlichen Freundschaften gebaut, die sie hervorbringt. Es gibt hier eine Logik: Rowleys Roman, wie diese Serien, handelt grundlegend von Menschen, die sich neue Leben in den Trümmern der geplanten erfinden müssen.

Ob diese Logik die Übersetzung von Seite zu Bildschirm überlebt, ist eine andere Frage. Rowleys vorheriger Roman, The Guncle (2021), wurde vor vier Jahren für einen Film optioniert; soweit man weiß, befindet sich diese Adaption noch irgendwo in dem langen Korridor unerfüllter Absichten. Bücher über ruhige Männer und unsichtbare Verluste sind schwer in visuelle Erzählungen zu übersetzen, ohne genau die Qualität zu verlieren, die sie adaptierenswert gemacht hat.

Lawrence ist jedoch keine unernste Wahl. Und der Roman — gerade erst erschienen, noch seine Leser suchend — verdient Aufmerksamkeit, in welcher Form auch immer er schließlich Gestalt annimmt. Vielleicht ist das die richtige Reihenfolge: zuerst das Buch, dann das Bild.

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