Mythos und Mensch: Die erste englische Biografie von Roberto Bolaño kommt
Als Roberto Bolaño 2003 in Barcelona mit fünfzig Jahren starb, hinterließ er ein Werk, das die nächsten zwei Jahrzehnte damit verbringen würde, eines der gefeiersten und umstrittensten Vermächtnisse der zeitgenössischen Literatur zu werden. Er hatte den Großteil seines Lebens arm, krank und weitgehend unbeachtet verbracht.
Nun, dreiundzwanzig Jahre nach seinem Tod, kommt die Nachricht, dass die literarische Maschinerie mit einem echten Biografen rechnen muss. Bloomsbury hat Bolaño: Life and Afterlife von Aaron Shulman erworben — die erste englischsprachige Biografie des chilenischen Romanciers und Dichters, mit Fokus auf seinen «strittigen, mythenbeladenen Nachlass». Erscheinungsjahr: 2028.
Bolaño selbst war ein unermüdlicher Selbstmythologisierer: Er behauptete, beim Putsch Pinochets kurz inhaftiert gewesen zu sein — was sich als falsch herausstellte; er positionierte sich als letzten großen romantischen Outlaws der lateinamerikanischen Literatur. Ob der Mann, der Llamadas telefónicas schrieb, alles autorisiert hätte, was posthum erschien, quält Wissenschaftler bis heute. Notas para una autobiografía versammelt seine Interviews als unverzichtbare Primärquellen. Bis 2028 bleibt Monsieur Pain.
Leseempfehlungen
Schlagwörter